Open-Air-Veranstaltungen mit SoundPLANnoise und SoundPLANessential+

Open-Air-Konzert mit importierter Bühne (SDE-Format)

Schallausbreitung eines Musikfestivals (Berechnungshöhe 5 m über Gelände).

Neue Möglichkeiten für präzisere Prognosen

Die akustische Planung von Open-Air-Veranstaltungen stellt besondere Anforderungen an die Modellierung. Beschallungssysteme, Bühnenaufbauten, Zelte, temporäre Abschirmungen und die Umgebung müssen möglichst realitätsnah berücksichtigt werden.

SoundPLAN bietet dafür leistungsfähige Werkzeuge zur detaillierten Berechnung und Bewertung von Schallimmissionen bei Konzerten, Festivals und anderen Veranstaltungen im Freien.

Direkter Import von Lautsprechersystemen: 

Das offene System Design Exchange Format, kurz SDE, ermöglicht die direkte Übernahme von Systemdaten aus der Planungssoftware führender Lautsprecherhersteller, darunter d&b audiotechnik und L-Acoustics. 

Komplette Beschallungssysteme können einschließlich ihrer geometrischen Anordnung und akustischen Eigenschaften in das Berechnungsmodell übernommen werden. Das reduziert den manuellen Modellierungsaufwand und verbessert die Konsistenz zwischen Beschallungsplanung und Immissionsprognose.

Zusätzlich unterstützt SoundPLAN den Import von CLF- und XHN-Dateien. Frequenzabhängige 2D- und 3D-Richtwirkungen können importiert oder individuell definiert werden.

Warum SDE benötigt wird

Bisher erforderte die Übertragung vollständiger Beschallungssysteme in eine Software zur Schallimmissionsprognose häufig mehrere Export- und Konvertierungsschritte. Lautsprecherpositionen, Spektren, Richtwirkungen und Systemeinstellungen mussten manuell übertragen oder nachgebildet werden. Dies verursachte zusätzlichen Aufwand und schuf potenzielle Fehlerquellen.

SDE stellt ein standardisiertes Austauschformat für vollständige Beschallungssysteme bereit. Die Systeme können aus der herstellerspezifischen Planungssoftware exportiert und direkt in die Software zur Schallimmissionsprognose importiert werden.

Neben dem Datenformat definiert SDE auch eine konsistente Berechnungsmethodik für kohärente Schallquellen. Phasenbeziehungen, Frequenzbandmittelung, statistische Dekohärenzeffekte und standardisierte Kalibrierverfahren können dadurch einheitlich berücksichtigt werden.

Damit entsteht ein zuverlässiger und transparenter Workflow zwischen Systemdesignern, Immissionsschutzgutachtern, Veranstaltern und Behörden.

Weiterführende Informationen zur Zusammenarbeit zwischen d&b audiotechnik, L-Acoustics und SoundPLAN, technische Spezifikationen sowie eine detaillierte Beschreibung des SDE-Dateiformats finden Sie auf www.sde-info.com.

Die englische Technische Information zum SDE-Format und zu dessen Umsetzung in SoundPLANnoise 9.1 finden Sie hier.

Realistische Berücksichtigung von Phaseneffekten

Moderne Beschallungssysteme bestehen häufig aus mehreren kohärent angesteuerten Lautsprechern, deren Schallanteile sich am Immissionsort überlagern.

SoundPLANnoise und SoundPLANessential+ ermöglichen die phasenbezogene Berechnung solcher Systeme. Dadurch lassen sich frequenzabhängige konstruktive und destruktive Interferenzen realistischer abbilden als bei einer rein energetischen Addition.

Dies ist besonders relevant für:

  • Line-Array-Systeme und Lautsprechergruppen wie Main-, Fill- und Delay-Systeme
  • komplexe Systemkonfigurationen mit definierten Laufzeiten und Phasenlagen

Die Frequenzbandmittelung und die statistische Dekohärenz berücksichtigen, dass Interferenzeffekte innerhalb eines Frequenzbands geglättet werden und sich mit zunehmender Ausbreitungsentfernung durch atmosphärische Schwankungen abschwächen.

Standardisierte Kalibrierung

SDE verwendet einen definierten Kalibrierpunkt, einen Zielpegel und ein Eingangsspektrum, um das Beschallungssystem einheitlich zu kalibrieren.

Der Kalibrierpunkt wird in der Systemdesign-Software festgelegt und in der SDE-Datei gespeichert. Er befindet sich üblicherweise am Front-of-House-Platz oder an einem anderen repräsentativen Punkt im Publikumsbereich.

Das Eingangsspektrum beschreibt das elektrische Signal, das dem Beschallungssystem zugeführt wird, während die Systemantwort bestimmt, wie dieses Signal wiedergegeben wird. Dadurch wird der Signalinhalt von ortsspezifischen Interferenzeffekten getrennt und unterschiedliche Systemkonfigurationen können konsistent miteinander verglichen werden.

Schalldurchlässige Konstruktionen

Temporäre Konstruktionen wie Zeltwände, Bühnenverkleidungen, Planen oder leichte Trennwände sind häufig nicht vollständig schallundurchlässig.

In SoundPLANnoise können solche Bauteile mit einer frequenzabhängigen Schalldämmung definiert werden. Damit werden sowohl ihre Abschirmwirkung als auch die Schallübertragung durch die Konstruktion berücksichtigt.

Reale Veranstaltungsaufbauten lassen sich dadurch deutlich genauer modellieren.

Berechnung nach einschlägigen Regelwerken

Die Schallausbreitung im Freien kann beispielsweise nach ISO 9613-2, CNOSSOS-EU oder Nord2000 berechnet werden. Für die Beurteilung können abhängig vom Projekt unter anderem die TA Lärm, Freizeitlärmrichtlinien oder DIN 15905-5 relevant sein.

Präzisere Planung und sichere Entscheidungen

Die detaillierte Modellierung unterstützt Veranstalter, Akustikplaner und Behörden dabei, mögliche Konflikte frühzeitig zu erkennen.

Berechnet werden können unter anderem:

  • Pegel im Publikumsbereich
  • Immissionen an benachbarten Gebäuden
  • Auswirkungen unterschiedlicher Lautsprecheranordnungen
  • Wirksamkeit von Abschirmmaßnahmen
  • Einfluss temporärer Aufbauten
  • alternative Betriebs- und Optimierungsszenarien

Damit schafft SoundPLAN eine fundierte Grundlage für eine sichere und wirtschaftliche Planung von Open-Air-Veranstaltungen.